"the ocean floor is hidden from your viewing lense"
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Das Jever, das ich trinke, war schon in Hessen. Man stelle sich das vor. Ein Jever, ausgerechnet das friesisch-herbe, ist von München nach Hessen gefahren und wieder zurück. Gekauft von einem Typen, der fast in Holland geboren wäre, daraufhin auszog um seine Heimat an verschiedenen Orten zu finden, nur um schließlich einen Kasten Jever zu kaufen, diesen nach einigen Stunden Fahrt mit Leuten zu trinken, die er nie zuvor getroffen hat, sich trotzdem irgendwie zuhause zu fühlen, weil er das immer tut, wenn er Leute mag, und still und leise den ersten Pumpkins-Demo-Hit von 1988 (als er gerade nach Hessen zog, wohlgemerkt) "Jennifer Ever" zu singen... Da war sie wieder: J! Ever!
Das ist mein Dank, für das Wochenende, ich kann es nicht so direkt sagen, aber ich hoffe, ihr versteht es. Prost, an alle Bier-mit-trinker (irgendwann werden WIR mal mit einem Kasten Jever auf dem Leuchtturm Hattersheim stehen und für den neuen Jever-Spot posen) und ausgewiesenen Bier-nicht-trinker.
Beim nächsten mal finde ich bessere Worte,
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Ein weiteres Lied von gefühlten Heerscharen ist in der Arbeit. "a life as sane as the strings" hat aber im Gegensatz zu anderen Liedern einen weiteren Ableger: Einen Fortsetzungsroman. Der Versuch, in Internet-Lesbarkeit-verträglichen Kapiteln Geschichten zu erzählen, die irgendwo in meiner kleinen Welt schon lange darauf warten, aus der Metapher-verseuchten Zone der Liedtexte auszubrechen.
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...halb durchnässt mit einem warmen Chai Latte (im Gilmore-Girl-Style-Becher) am Arbeitsplatz (Start-Up-Style-Büro), draußen Donnergrollen, derbe Regen (Noah-Style-Wetter) und aus dem Laptop rauscht Drum'n'Bass (Lamb-Style-Musik).
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Lange bevor das Land zu Glas wurde, stand ich vor der Wand aus Sound und grübelte darüber nach, auf welcher Route mein Aufstieg am besten vollzogen werden konnte. Später musste ich dann feststellen, dass es bei dieser Wand kein "oben" gibt.
Es gibt Tage, da ist man so voll von Geistern, dass man die Stimme Gottes singen hört und versunken im Klang die Kontrolle über Hände und Geist aufgibt. Wie im Rausch beseelen einen die Geister, die sonst im Asphalt der Straße, im Rauschen der Winde oder im Schweigen des Moments ruhen... und sie spielen! Spielen, spielen, spielen, bis die Finger taub sind, die Sehnen in den Handgelenken brennen, die Augen vor unbändiger Wachheit tränen... Und dann entstehen Lieder.
Es gibt die Tage, da scheinen die Meere weit zurückgezogen. "Amphotere" ein fernes Klingen, "steinn" ein schwaches Murmeln, "nathanæl" ein längst verstorbener Geist... Es ist Juni. Dieser Juni ist Dürre. Die längste Ebbe meines Lebens. Der Gefangene des Pharao teilt die See und führt die Vernunft durch das Meer zur Straße nach Gomorrah.
Und ich...? Ich bin auf halbem Weg stehen geblieben. Das rettende Ufer längst außer Reichweite. Ich warte auf das Meer, das zurückkehrt. Das überwältigende Rauschen, die Gischt in meinen trockenen Augen... Lieber einmal den Rausch erleben und sterben, als mit tausenden quälenden Gedanken im Nichts der Wüste zu versanden...
"so June
you'd better make it soon
i hope you make it June
'cause i'm going to the moon
bye bye June"
["bye june" - the smashing pumpkins]
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PS: Am Lied zum Titel des Blogeintrags schreibe ich gerade... Wenn es das Lied jemals durch die Wüste schafft, gebe ich den Geistern eine zweite Chance... Ansonsten lasse ich die Herren Magritte und Wilde für immer in Ruhe.
51°02'20"N - 7°53'31"O - Blickrichtung: Süd
Heimat sind Bilder, die man sich einrahmt. Losgelöste Bilder, die ihre Anknüpfpunkte tief im Inneren der Vergangenheit haben. Ich stand auf dem Rand des hölzernen Sandkastens und sah den Hang hinab in das Tal. Meine Haare waren hellblond damals, unbefleckt von der Zeit. Wenn ich einmal alt sein werde und weißhaarig, ich stelle mich wieder so in den Wind und lasse mich durch das Sonnenlicht blenden, das in meinen eigenen Strähnen reflektiert. Der graue Pullover, selbstgestrickt (von meiner Mutter, nicht von mir...) mit dem gelben Drachen darauf, flatterte leicht im Wind.
Es gab nur einen wirklichen Weg in diesem Ort. "Brötchen-hol-weg" hieß er. Alle anderen Wege waren Straßen. Schmal und schlecht asphaltiert zwar, aber Straßen. Folgte man dem Weg, kam man zur einzigen Sensation des Dorfes: Einem Möbelhaus auf der anderen Seite des Tals, am Hang der Hügelkette, in deren Wäldern wir Wichtelhütten aufgestellt hatten und Kartoffeln im offenen Feuer rösteten.
Das Möbelhaus war eigentlich ein großes, quadratisches Schaufenster. Wenn wir entlang der Wichtelhütten spazieren gegangen waren, kamen wir oft im aufziehenden Regenschauer an diesem Haus vorbei und stellten und dort unter dem schmalen Vordach unter. Der Blick durch die Scheiben und die Faszination: Da sind ganz viele Zimmer in einem!
Wenn ich heute bei IKEA Kinder durch die einzelnen Schauzimmer laufen sehe, gehe ihnen hinterher durch die einzelnen Einrichtungslandschaften und wünsche mir, nur halb so groß zu sein, damit alles zwischen Billy-Regal und Röstö-Ofen noch gewaltiger aussieht.
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